KAPITEL
Nkf 4445

Into the Wild – Mentoring für junge Filmemacherinnen

Am 9. Januar endet der Anmeldeschluss für ein in Deutschland einmaliges Förderprogramm für junge Filmemacherinnen: Das „Into the Wild“-Mentoringprogramm, initiiert von der Regisseurin Isabell Šuba.

Isabell Šuba (Foto) beschäftigt die Geschlechterungerechtigkeit in der deutschen und internationalen Filmlandschaft schon lange. Die HFF-Absolventin erfuhr als junge Regisseurin so viel Sexismus, dass sie diese Erfahrung verfilmen musste: Mit ihrer Mockumentary „Männer zeigen Filme & Frauen ihre Brüste“, die den sexistischen Festivalalltag einer jungen Regisseurin in Cannes zeigt, sorgte sie 2014 für Furore. Leider ist das Thema des männerdominierten Filmbusiness immer noch brandaktuell: Zwar ist das Geschlechterverhältnis auf den Filmhochschulen ausgeglichen, doch sobald es für die Studentinnen in die Berufswelt geht, fallen sie hinter ihren männlichen Kollegen ab.

Gegen diese Unterrepräsentation talentierter Filmemacherinnen richtet sich auch das von Isabell Šuba initiierte Förderprojekt „Into the Wild“, für das sich erstmals alle deutschen Filmhochschulen zusammengeschlossen haben: Berlin, Köln, München, Baden-Württemberg. „Into the Wild“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, talentierten Filmemacherinnen bundesweit mehr beruflichen Erfolg zu ermöglichen. Das Programm soll ihnen über den Zeitraum eines Jahres Werkzeuge mit auf den Weg geben, mit deren Hilfe sie sich in der Filmlandschaft souveräner bewegen können: Dazu gehören unter anderem zwei Wochen Drehbuchcamp auf dem Land, verschiedenste Workshops, Hilfe beim Pitchen und eine einjährige 1:1-Hilfestellung durch eine Mentorin, die bereits erfolgreich im Filmbusiness arbeitet. Und: Das Programm ist kostenlos. Für mehr Vernetzung und eine facettenreichere Filmlandschaft!

Das Angebot richtet sich an Filmstudentinnen aller Gewerke ab dem 3. Studienjahr, Masterstudentinnen sowie Absolventinnen bis zum 3. Jahr nach ihrem Abschluss. Mehr Informationen findet ihr hier und auf Facebook.

Ein ausführliches Interview mit Isabell Šuba zu Stereotypen im Film und die Initiative Pro Quote Regie findet ihr hier.

Text: Johanna Warda Foto: Nadja Klier Grafik: Isabell Šuba

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